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Kosmetik und Nahrungsergänzugsmittel Regulierungen des Europäischen Parlaments

Zulassung von Wimpernseren: Gibt es in der EU Verbote? Wie ist die Gesetzeslage?

Natürlich wünschen sich viele Menschen, meistens schönheitsbewusste Frauen, traumhaft lange Wimpern. Leider können sich die wenigsten über schöne Wimpern von Natur aus freuen. Wimpernseren versprechen eine rasche, zuverlässige Wirkung, um die Wimpern nachhaltig zu verlängern. Doch wie sieht die Gesetzeslage in der EU aus? Welche Wimpernseren sind erhältlich?

Der Inhaltsstoff mit dem Potenzial für lange Wimpern

Mithilfe von Wimpern kann man erste Erfolge bereits nach einigen Wochen feststellen. Natürlich muss man sie regelmäßig auftragen. In den erfolgreichsten Wimperseren ist ein bestimmter Inhaltsstoff enthalten. Es handelt sich um verschiedene Verwandte vom Gewebshormon Prostaglandin. Offenbar wird die Wachstumsphase der Wimpern durch das Hormon verlängert. Die Aktivität der Follikel erhöht sich, da das Wimpernserum die Haarwurzel umgibt. Dieser Effekt ist eher durch Zufall bekannt geworden. Patienten und Patientinnen, die aufgrund von Grünem Star unter einem erhöhten Augendruck leiden, tropfen sich beispielsweise Bimatoprost, einen Prostaglandin-Abkömmling, in die Augen. Durch das Hormon wird erreicht, dass der Druck reduziert wird und die Augenflüssigkeit abfließen kann. Einige Patienten und Patientinnen bemerkten jedoch, dass während der Behandlung ihre Wimpern wuchsen und wesentlich voller erschienen. Die Visagistin Marci Marrek, die längere Zeit in den USA beruflich tätig war, und ihre Freundin Elke Moysies erkannten bereits relativ früh, dass Prostaglandin und seine Derivate ein besonderes Potenzial besitzen.

Die Entwicklung des Serums

Nun hatten die Freundinnen die Idee, ein effektives Wimpernserum mit diesem Wirkstoff zu entwickeln. Es wurden Studien gelesen und Kontakte zu Wissenschaftern geknüpft. Moysies erreicht schlussendlich, Kontakt zu einem Entwicklungs- und Forschungslabor herzustellen. Dieses Labor hatte den Wirkstoff MDN entwickelt. MDN ist die Abkürzung für Methylamido-Dihydro-Noralfaprostal und nahe mit Bimatroprost verwandt. Das M2 Lashes Eyelash Activating Serum kam im Sommer 2009 auf den Markt. Hierbei handelte es sich um das erste Produkt im europäischen Raum, das mit diesen Hormonen als Wirkstoff funktionierte. Natürlich muss es regelmäßig aufgetragen werden. Nach einigen Wochen kann man erste Erfolge sehen. Jedoch ist der Behandlungserfolg nicht von Dauer. Sobald man damit aufhört, das Serum aufzutragen, profitiert man nicht mehr von der Wirkung. Die Haare werden wieder weniger. Der Preis ist für ein Kosmetikprodukt relativ teuer und für etwa 5 Milliliter muss man circa 120 Euro bezahlen. Wie man sich vorstellen kann, sind 5 Millimeter relativ wenig und man muss das Wimpernserum oftmals nachkaufen, um sich weiterhin an dichten, langen Wimpern erfreuen zu können. Jedoch stört das Schönheitsbewusste offenbar nicht. Im ersten Jahr setzte M2 Lashes bereits 700.000 Euro um. Im zweiten Jahr waren es bereits zwei Millionen. Laut Handelsregister konnten sich die Freundinnen 2015 über 13 Millionen Euro freuen. Das Wimpernserum wird in 30 Ländern verkauft. Jedoch haben diese traumhaften Wimpern ihren Preis. Kundinnen und auch Kunden berichten von brennenden, tränenden und roten Augen. Juckreiz tritt auch relativ häufig auf. Manchmal verfärbt sich der Lidrand, in seltenen Fällen sogar der Rand der Iris. Beim Auftragen kann es leicht zu einem direkten Kontakt mit dem Serum kommen, So können Sehstörungen entstehen. Es ist auch möglich, dass sich das Fettgewebe im Bereich der Augenhöhle verändert. So kann das Auge ein wenig einsinken. In einigen In Kosmetik-Foren berichten Anwenderinnen und Anwender auch von dunklen Augenringen, die schrecklich aussehen würden.

Fehlende Tests bei Wimpernseren

Jedoch kann über die Häufigkeit dieser Nebenwirkungen wenig sagen. Auch liegen wenig Studien vor, bei welchen Wimpernseren das Risiko am größten ist. Der Grund besteht darin, dass diese Produkte in Deutschland und in Europa als Kosmetika verkauft werden. Daher werden sie fast nicht getestet. Auf MrsMad.com finden Sie noch weitere Informationen zu diesem Thema. Das einzige, was bei kosmetischen Mitteln genau beachtet wird, ist der komplette Verzicht auf Tierversuche. Ansonsten sind keine langwierigen Tests wie etwa bei Vitaminen und Mineralstoffen, die in Nahrungsergänzungsmitteln enthalten sind, gefordert. Angaben zur Wirkstoffmenge der Gewebshormone oder möglichen Nebenwirkungen sind bei Wimpernseren nicht verpflichtend. Meistens ist es ausreichend, wenn Unternehmen in einer Schublade ein paar Unterlagen zu Sicherheit und Rezeptur aufbewahren. Die Daten werden aber nur stichprobenartig oder bei einem bestimmten Verdacht überprüft. Bis man dann endlich herausgefunden hat, dass sich in einem Wimpernserum ein Stoff befindet, der eigentlich in keinem Drogerie-Produkt enthalten sein sollte, können mitunter Jahre vergehen.

Beispielsweise wurde der Wirkstoff Minoxidil von der EU-Kommission auf eine Verbotsliste für kosmetische Produkte gesetzt. Heute kann man dieses haarfördernde Mittel, das auch gegen Haarausfall wird, nur in einer Apotheke erwerben. Die Injektionslipolyse ist ebenfalls umstritten. Besser bekannt ist sie unter dem Namen Fett-weg-Spritze. Dieses kosmetische Mittel basiert auf der Wirkung von Phospholipiden. Mithilfe der Substanz sollen überzählige Fettzellen zerstört werden. Die Dosis spielt eine wichtige Rolle, wie Wirkstoffen bewertet werden. Mit hoher Konzentration steigt auch die Gefahr von unerwünschten Nebenwirkungen.

FDA stuft Latisse als Medikament ein

Bereits vor Jahren wurde durch die US-amerikanische Arzneimittelzulassungsbehörde FDA das Wimpernwuchsmittel “Latisse” als Medikament eingestuft. Bevor es verkauft werden durfte, mussten verschiedene Tests und Studien durchgeführt werden. Die Nebenwirkungen werden in einem Beipackzettel genau präsentiert. Ärzte können Latisse ihren Patienten und Patientinnen erst dann verschreiben, wenn eine Wachstumsstörung der Wimpern diagnostiziert werden kann. Auch in unseren Breiten sind einige Mediziner der Meinung, dass man Prostaglandin-Derivate eigentlich nur für Medikamente verwenden sollte. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) kritisierte bereits 2011, dass Wimpernseren mit dem Inhaltsstoff Prostaglandin und anderen verwandten Stoffen nur als kosmetisches Produkt eingestuft werden. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (Bfarm) stellte auch fest, dass kosmetische Produkten zur Verstärkung vom Wimpernwuchs , eigentlich als Funktionsarzneimittel betrachtet werden sollten. Jedoch ist seit diesem Zeitpunkt eigentlich nichts passiert. Gegen diese Einschätzungen der Behörde hat ein Hersteller Widerspruch eingelegt und das Verfahren ist noch immer nicht beendet. Inzwischen warnt das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit auf seiner Internetseite davor, Prostaglandin-haltige Wimpernwachstumsseren zu verwenden. Es wird nachdrücklich darauf hingewiesen, dass von diesen sogenannten kosmetischen Mitteln eine Gefahr für die Gesundheit der Anwender und Anwenderinnen ausgehen könnte. In vielen Produkten ist die Konzentration viel zu hoch angesetzt. Jedoch kann man die Produkte weiterhin kaufen. In anderen europäischen Ländern sieht die Situation etwas anders aus als in Deutschland. Seit 2012 werden in Schweden von der Arzneimittelbehörde regelmäßig sogenannte kosmetische Produkte mit Prostaglandin-Derivaten als Inhaltsstoff vom Kosmetikmarkt verbannt.

Das Fraunhofer-Institut hat bereits eine Alternative, falls es auch in Deutschland zu diesem Verbot kommen sollte. Die Wissenschafter entwickelten ein Serum, das als Grundlage einen alten Naturstoff verwendet. Die Experten meinen, dass keine Nebenwirkungen entstehen und es sich nur um ein kosmetisches Produkt handeln würde. Jedoch muss man wesentlich länger warten, bis erste Erfolge sichtbar werden. Damit man sich über dichtere Wimpern freuen kann, sollte man sich einige Monate lange gedulden. Jedoch ist mit einem vergleichbaren Effekt zu rechnen.

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