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Kosmetik und Nahrungsergänzugsmittel Regulierungen des Europäischen Parlaments

Zulassung und Gesetzeslage für Probiotika und Omega-3 Nahrungsergänzungsmitteln: EU-weit geregelt?

Eigentlich sind Probiotika aus der Werbung relativ gut bekannt. Wer kennt nicht die Werbeanzeigen von probiotischen Joghurts und anderen probiotischen Drinks, die eine optimale Verdauung und Darmtätigkeit versprechen? Lauf verschiedener Hersteller kommen probiotische Bakterien unbeschadet durch den Magen. Im Darm sollen Sie gesundheitsförderliche Weise wirken. Jedoch fehlten jegliche Studien, um diese Aussagen zu beweisen.

Überprüfung verschiedener Aussagen zu Probiotika

Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit überprüfte verschiedene Aussagen zu Probiotika und sie wurden alle negativ bewertet. Der Begriff Probiotika darf eigentlich nicht als gesundheitsbezogene Angabe verwendet werden. Inzwischen haben Hersteller das Wort “probiotisch” von den Verpackungen entfernt. Jedoch werden weiterhin Angaben zu den Bakterienstämmen, die in einem Produkt enthalten sind, gemacht. Anstelle der probiotischen Bakterien macht man jetzt Vitamine wie B6, C oder D für die Wirkung eines Produktes verantwortlich. Hierbei handelt es sich um einen legalen Trick. In der EU sind nämlich gesundheitsbezogene Angaben für diese Vitamine erlaubt.

So können Hersteller probiotischer Lebensmittel, die einem Produkt eine bestimmte Menge an Vitamin C hinzufügen, weiterhin damit werben, dass sich der Verzehr günstige auf das Immunsystem auswirkt. Im Rahmen von bestimmten Therapien können probiotische Bakterien durchaus sinnvoll sein. Es sind probiotische Arzneimittel erhältlich, deren Wirkung auch in Studien belegt werden konnte. Jedoch hängt die Auswahl des Bakterienstamms mit einer spezifischen Krankheit zusammen. Weitere Informationen zu diesem Thema erhält man hier.

Zurzeit werden Konsumenten und Konsumentinnen noch immer mit verschiedenen Werbeversprechen dazu aufgefordert, verschiedene Produkte mit Probiotika zu erwerben. Ein Beispiel ist der Bereich Säuglingsnahrung. Hier setzt man auf die Gefühle der Eltern, die natürlich nur die beste Nahrung für Ihr Kind wünschen. Der Zusatz von speziellen Bakterienkulturen soll nach Angabe dieser Hersteller eine gesundheitsfördernde Wirkung für Säuglinge haben. Jedoch sehen das die Experten der Ernährungskommission von der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin vollkommen anders. Zurzeit kann man nicht nachweisen, dass eine mit Probiotika angereicherte Babynahrung gegenüber nichtangereicherter Nahrung eine bessere Wahl darstellt. Zusätzlich ist nicht komplett geklärt, inwiefern auch andere probiotischer Lebensmittel wie Joghurt, Drinks und auch Nahrungsergänzungsmittel für gesundheitlich geschwächte Menschen ein Risiko darstellen. Im Zweifelsfall sollten diese Personen vor der Verwendung einen Arzt konsultieren.

Die Werbung mit Omega-3-Fettsäure-Kapseln

Neben Probiotika erscheinen auch immer Werbungen zu Omega-3-Fettsäure-Kapseln. Häufig werden diese Nahrungsergänzungsmittel damit beworben, dass sie einen normalen Triglycerid- und Cholesterinspiegel im Blut aufrechterhalten. Jedoch ist es meistens nicht erforderlich, dass gesunde Personen Omega 3-Kapseln einnehmen. Durch die Einnahme von handelsüblichen Fischölkapseln kann man laut Studien weder Schlaganfall noch Herzinfarkt vorbeugen. Durch eine zu hohe Dosierung von Omega-3-Fettsäure-Produkten entstehen sogar gesundheitliche Risiken und es können auch Wechselwirkungen mit Medikamenten entstehen.

Die Werbung für Omega-3-Fettsäuren- Kapseln wie beispielsweise Leinöl- oder Fischöl-Kapseln setzt weiter alles daran, die gesundheitsfördernden Wirkungen wie die Erhaltung eines normalen Blutdruckes in den Vordergrund zu stellen. Gleichzeitig soll die Einnahme der Kapseln zu einer normalen Herzfunktion, Gehirnfunktion und Sehkraft beitragen. Diese Aussagen sind durch wissenschaftliche Studien belegt und vom Gesetz her erlaubt. Jedoch ist es wichtig, dass die Produkte eine vorgeschriebene Mindestmenge von Fettsäuren enthalten. Einige Hersteller benutzen diese erlaubten Aussagen oftmals in verstärkter beziehungsweise übertriebener Weise. Im Internet findet man Web-Seiten einiger Hersteller, die mit unerlaubten Aussagen wie Schutz vor Schlaganfall und Herzinfark, Hilfe bei Gelenkbeschwerden und Schutz vor Brustkrebs für Omega-3 Fettsäure Kapseln werben. Omega-3-Fettsäure-haltige Nahrungsergänzungsmittel werden als Lebensmittel betrachtet und dürfen nicht als Arzneimittel für die Behandlung verschiedener Krankheiten angepriesen werden.

Studie zu Omega-3-Fettsäuren

Eine Studie der Universität Oxford konnte zeigen, das seine tägliche Einnahme von bis zu 2 Gramm Omega-3-Fettsäuren weder Schlaganfall noch Herzinfarkt vorbeugen. Ob eine höhere Dosierung wirken kann, wird von den Wissenschaftern noch erforscht. Eine weitere Studie diente dazu, die Einnahme von Placebo- und Fischölkapseln in bezug auf die Vorbeugung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei Diabetikern zu untersuchen. Bei dieser spezifischen Zielgruppe zeigten sich zwischen Placebo- und Fischölgruppe keine wesentlichen Unterschiede, was die Häufigkeit von Schlaganfällen, Herzinfarkten und Herz-Kreislauf-bedingten Todesfällen betrifft. Aber Aussagen, wonach Omega-3-Fettsäuren zur Konzentration, Gelassenheit, Beruhigung, Lern- und Denkfähigkeit sowie geistigen Entwicklung von Kindern beitragen sind gesetzlich verboten. In früheren Studien wurde oftmals erwähnt, dass Omega-3-Fettsäuren einen eingeschränkten, aber trotzdem kardiovaskulären Nutzen hätten. Die tägliche Dosis von 1 g war nach einem Herzinfarkt als Sekundärprophylaxe zugelassen. Nach einer aktuellen Prüfung, die der Ausschuss für Humanarzneimittel der europäischen Zulassungsbehörde EMA durchführte, kam man zu einem anderen Ergebnis. 1 g EPA und DHA können bei Herzinfarkt-Patienten nicht als Schutz vor weiteren kardiovaskulären Problemen dienen. Daher ist es nicht mehr zulässig, Omega-3-Fettsäure-haltige Arzneimittel für diese Indikation zu verwenden. Daher wurde empfohlen, die Gebrauchs- und Fachinformation entsprechend anzupassen.

Mögliche Wechsel- und Nebenwirkungen bei Omega-3-Fettsäuren Einnahme

Zwar handelt es sich bei Omega-3-Fettsäuren um ein natürliches Produkt. Jedoch kann es durchaus zu Wechsel- und Nebenwirkungen kommen. Falls es sich um Produkte handelt, die mit einer empfohlenen Aufnahmemenge von bis zu 5 g DHA und EPA pro Tag gekennzeichnet sind, betrachtet die europäische Lebensmittelsicherheitsbehörde diese Nahrungsergänzungsmittel als gesundheitlich unbedenklich. Es ist vorgeschrieben, einen Warnhinweis, dass man die tägliche Menge von 5 g nicht überschritten soll, auf der Packung zu vermerken. Durch eine zu hohe Dosierungen kann die Fließeigenschaft des Blutes verändert werden, sodass die Blutungszeit verlängert und dadurch das Blutungsrisiko erhöht wird. Zusätzlich können Erbrechen und Übelkeit auftreten.

Für Diabetiker ist die Einnahme nicht empfehlenswert. Es besteht die Gefahr, dass sich die Einstellung des Blutzuckers erschwert. So wird das Immunsystem nachteilig beeinflusst. Gerade bei älteren Menschen kann dies zu einer höheren Infektanfälligkeit führen. Falls man von einer Infektionserkrankung betroffen ist, sollte man zuerst mit einem Arzt sprechen, bevor man Omega-3-Fettsäure einnimmt. Bei Überdosierung kann durch EPA ein erhöhter LDL-Cholesterinspiegel entstehen. Das BfR empfiehl tdaher, dass für Omega-3-Fettsäuren Nahrungsergänzungsmittel Höchstmengen festgelegt werden. Leider gibt es diese zurzeit noch nicht und daher fühlen sich die meisten Hersteller auch nicht gebunden, bestimmte Warnhinweise auf der Verpackung zu vermerken. Pro Tag sollten laut BfR nicht mehr als 1,5 g Omega-3-Fettsäuren aus unterschiedlichen Quellen wie Nahrungsergänzungsmitteln und auch Lebensmitteln aufgenommen werden. Bei einer gleichzeitigen Einnahme von Arzneimitteln ist besondere Vorsicht geboten.

Die Wirkung von gerinnungshemmenden Medikamente wie Acetylsalicylsäure kann verstärken, indem gleichzeitig hoch dosierte Omega-3-Fettsäure-Produkte verwendet werden. Daher ist es immer wichtig, zuerst mit einem Arzt zu sprechen, falls man bestimmte Medikamente einnimmt.

Gesunde Menschen nehmen bei einer ausgewogenen und vollwertigen Ernährung ausreichend Omega-3-Fettsäuren zu sich. Falls man auf Fisch verzichtet, wie beispielsweise bei einer veganen Ernährungsweise wird kaum DHA und EPA zugeführt. Die Umwandlung von ALA zu DHA und EPA ist im menschlichen Organismus limitiert. Jedoch besteht die Möglichkeit, DHA und EPA über angereicherte Lebensmittel oder Nahrungsergänzungsmittel dem Organismus zuzuführen.

Wann sollte man zu Omega-3-Fettsäuren greifen?

Im Zweifelsfall und ohne Absprache mit einem Arzt ist häufig nicht empfehlenswert, Omega-3-Fettsäure-haltigen Nahrungsergänzungsmittel einzunehmen. Man sollte besser ein- bis zweimal in der Woche eine Portion Fisch bevorzugen. Veganer können auf Walnuss-, Raps-, Soja- oder Leinöl zurückgreifen. Täglich sind auch kleine Mengen Mandeln oder Walnüsse empfehlenswert. Damit ein normaler Triglyceridspiegel erreicht wird, sollte man neben der Aufnahme DHA-reicher Lebensmitteln auf ausreichende körperliche Aktivität in den Tagesablauf integrieren und eine zuckerarme Ernährung bevorzugen. Zusätzlich ist es wichtig, auf Alkohol zu verzichten.

Natürlich ist es wichtig, dass täglich genügend Omega-3-Fettsäuren über die Nahrung aufgenommen werden. Viele Hersteller verwenden jedoch auf Webseiten und auch in verschiedenen Reformhäusern sowie Drogerien Werbebotschaften, die ihre Omega-3-Fettsäuren Nahrungsergänzungsmittel anpreisen. Den Konsumenten und Konsumentinnen wird suggeriert, dass es nicht möglich ist, genügend Omega 3 Fettsäuren über die Nahrung einzunehmen. Jedoch sind die Fettsäuren in verschiedenen Ölen sowie Lebensmitteln enthalten. Menschen, die sich ausgewogen ernähren, benötigen meistens keine zusätzlichen Präparate. Inwieweit die Einnahme von Omega-3-Fettsäuren Nahrungsergänzungsmitteln sinnvoll ist, kann von Mensch zu Mensch unterschiedlich sein. Meistens ist es sinnvoll, vorher mit einem Arzt zu sprechen.

In kleinen Mengen sind Omega-3-Fettsäuren lebensnotwendig und gesund. Sie dienen dazu, die Fließeigenschaften des Blutes zu verbessern, die Blutgerinnung zu hemmen und den Blutdruck zu senken. Zusätzlich wirken sie entzündungshemmend. Der Triglycerid-Stoffwechsel wird ebenfalls positiv beeinflusst. Daher empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung , dass Erwachsene täglich etwa 1,3 Gramm ALA zu sich nehmen. Diese Menge ist beispielsweise in einem Esslöffel Rapsöl enthalten.

Die Form der Omega-3-Fettsäuren Nahrungsergänzung

Die Omega-3-Fettsäure-haltigen Nahrungsergänzungsmittel sind meistens ölgefüllte Kapseln. Meistens enthalten sie Fischöl oder ALA-reiche Pflanzenöle wie beispielsweise aus Leinsamen beziehungsweise DHA-und EPA-reiche Öle aus Mikroalgen. Viele dieser Darreichungsforme findet man im Test auf Meduni. Die europäische Nahrungsergänzungsmittel-Richtlinie kategorisiert Omega-3-Fettsäuren als “sonstige Stoffe”. Zurzeit gibt es noch keine Regelung in bezug auf einen Zusatz zu Nahrungsergänzungsmitteln. Daher findet man Produkte mit unterschiedlicher Dosierung. Einige Kapseln enthalten sie genauso hohe Omega-3-Fettsäuren-Mengen wie geprüfte, zugelassene Arzneimittel. Jedoch müssen für diese Produkte keine speziellen Untersuchungen hinsichtlich Wirksamkeit oder Reinheit durchgeführt werden. Zusätzlich sind auch keine Belege oder Vermerke zu unerwünschten Neben- oder Wechselwirkungen vorhanden. Eine übermäßige Zufuhr an Omega-3-Fettsäuren bringt aber einige Risiken mit sich. Das BfR empfiehlt daher, eine Höchstmenge für die Anreicherung verschiedener Lebensmittel festzulegen.

Obwohl zwar der Gehalt an Omega-3-Fettsäuren auf der Verpackung angegeben wird, ist man noch nicht dazu verpflichtet, zwischen EPA, DHA und ALA zu unterscheiden. So kann der Inhalt meistens nicht verglichen werden. Öle, die einen hohen Anteil an mehrfach ungesättigten Fettsäuren wie Omega-3-Fettsäuren aufweisen, werden besonders rasch ranzig. Indem den Produkten Antioxidantien zugesetzt werden, verbessert man die Haltarkeit. Omega-3-Fettsäure-haltige Nahrungsergänzungsmittel enthalten daher meistens Vitamin E und häufig noch weitere Vitamine zugesetzt. In der Gesetzgebung gibt es zurzeit keine festen Richtlinien, die Mindest -und Höchstmengen für Vitamine in Nahrungsergänzungsmitteln festlegen. Daher ist oftmals der Fall, dass einige beigefügte Vitamine die Höchstmengenempfehlungen des BfR überschreiten. Daher kann eine Einnahme dieser Produkte zu gesundheitlichen Problemen führen.

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