Psoe PE Europa

Kosmetik und Nahrungsergänzugsmittel Regulierungen des Europäischen Parlaments

Wer ist in der EU für die Gesetzesgebung von Kosmetik und Nahrungsergänzungsmittel zuständig? Wie werden diese durch die Mitgliedsstaaten umgesetzt?

Bestimmte Vorschriften der Europäischen Kommission sollen dafür sorgen, dass Nahrungsergänzungsmittel sachgerechte und sichere Kennzeichnungen erhalten. Nahrungsergänzungsmittel werden in der EU wie Lebensmittel behandelt. Daher verwendet man dieselben Regelungen. Bei der Prüfung der Präparate konzentriert sich die Gesetzgebung auf Mineralstoffe und Vitamine, die für Nahrungsergänzungsmitteln als Zusatz verwendet werden. Die Richtlinie 2002/46/EG ist bezüglich von Nahrungsergänzungsmitteln mit Vitaminen und Mineralstoffen die wichtigste EU-Rechtsvorschrift. Mithilfe dieser Richtlinie werden Kennzeichnungsvorschriften festgelegt. Für jeden Mineralstoff und jedes Vitamin werden Mindest- und Höchstmengen beschrieben, die einem bestimmten Nahrungsergänzungsmittel zugesetzt werden können. Der Grund besteht darin, dass es für die Gesundheit schädlich sein kann, wenn zu hohe Mengen an Mineralstoffen und Vitaminen aufgenommen werden. In Anhang II findet sich auch eine Liste zulässiger Mineralstoffe und Vitamine, die man für spezifische ernährungsspezifische Zwecke zusetzen kann. Bevor ein Vitamin und ein Mineralstoff in diese Liste aufgenommen wird, muss die EFSA ein wissenschaftliches Dossier über Bioverfügbarkeit und Sicherheit des Stoffes beurteilen. Erst nach einer gründlichen Überprüfung kann eine Kommission in Erwägung ziehen, ein bestimmtes Vitamin oder einen Mineralstoff in die Liste aufzunehmen. Falls ein Unternehmen einen spezifischen Stoff auf den Markt bringen will, der nicht in der Liste aufgeführt ist, muss ein Antrag gestellt werden. Ein Leitfaden aus dem Jahr 2001, der vom Lebensmittelausschuss gestaltet wurde, informiert darüber, wie ein Dossier für diesen Antrag gestaltet werden muss.

Bewertung von Bioverfügbarkeit und Sicherheit verschiedener Nährstoffquelle

Die Europäische Kommission beauftragte die EFSA mit einer Bewertung von Bioverfügbarkeit und Sicherheit verschiedener Nährstoffquellen, die man für eine Aufnahme in die Liste von zulässigen Stoffen vorgeschlagen hatte. 2009 wurde die erste umfassende Bewertung von der EFSA vorgeschlagen. Diese Liste diente für die Europäische Kommission als wertvolle Grundlage. Insgesamt wurden zwischen 2005 und 2009 von der EFSA 533 Anträge geprüft. Während des Bewertungsverfahrens wurden 186 Anträge zurückgezogen. Wissenschaftliche Nachweise waren für etwa die Hälfte der Anträge nicht ausreichend. Daher konnte man keine Bewertung durchführen. Bei 39 Anträgen wurden Sicherheitsbedenken vermerkt. Das Gremium für Lebensmittelzusatzstoffe nahm die Bewertungen vor. Indem man die derzeitige wissenschaftliche Kenntnis in Betracht zog, wurde die Sicherheit eines Nährstoffs beurteilt. Zusätzlich wurde die Bioverfügbarkeit des Nährstoffs untersucht. Das bedeutet, dass man die Wirksamkeit beurteilte, mit der ein Vitamin oder Mineralstoff aus einer bestimmten Quelle in den Körper freigesetzt wird. Das NDA-Gremium der EFSA lieferte eine umfassende Bewertung über mögliche nachteilige Nebenwirkungen für die Gesundheit einzelner Mikronährstoffe in bestimmter Aufnahmemenge. Bei dieser Untersuchung wurde der obere Aufnahmewert bestimmt. Darunter versteht man die höchste dauerhafte Aufnahmemenge von einem Nährstoff, die man täglich ohne Risiko einnehmen kann. Diese oberen Aufnahmewerte, die vom NDA-Gremium festgelegt werden, dienen dem ANS-Gremium als Referenz. Daher besitzt die EFSA eine wichtige Aufgane und unterstützt die Europäische Kommission dabei, für Mineralstoffe und Vitamine Höchstmengen in angereicherten Lebensmitteln und Nahrungsergänzungsmitteln festzulegen. Weitere detaillierte Informationen zu diesem Thema liefert diese Quelle.

Vorschriften der EU-Kosmetikverordnung

In der EU dürfen nur sichere Kosmetikprodukte verkauft werden. Dank der Vorschriften der EU-Kosmetikverordnung (EG) Nr. 1223/2009 erreichte man, die Produktsicherheit kosmetischer Mitteln weiter zu erhöhen. In Deutschland besteht bereits ein Mitteilungssystem von Rezepturen kosmetischer Mittel, das auch auf EU-Ebene vorgeschrieben werden soll. Bei kosmetischen Mitteln gestaltet man die Sicherheitsbewertung weiter aus. Spezifische Vorschriften für kosmetische Mitteln mit Nano-Materialien werden ebenfalls festgelegt. Die Kennzeichnung von allergenen Stoffe muss klarer gestaltet werden. Hersteller kosmetischer Mittel müssen verschiedene Daten wie beispielsweise die Zusammensetzung der Produkte in einem zentralen Meldesystem verzeichnen. Das ist erforderlich, bevor Produkte auf den Markt gelangen. Für zuständige Behörden sind diese Informationen sehr wichtig. So kann bei Unverträglichkeit gegenüber bestimmten Inhaltsstoffen eine entsprechende schnelle und wirksame medizinische Behandlung korrekt stattfinden. Mithilfe dieser Verordnung wird auch die Marktüberwachung gestärkt.
Falls in einem kosmetischen Produkt Nanopartikel verwendet werden, muss der Verpackung “nano” vermerkt werden. Importeure und Hersteller sollen diese Informationen dann bereitstellen, falls die Partikelgröße veränderte Eigenschaften bewirkt. Werbeaussagen unterliegen ebenfalls einer speziellen Verordnung, um Verbraucher und Verbraucherinnen vor Täuschungen zu schützen. Bei kosmetischen Mitteln waren in Deutschland irreführende Aussagen vor der EU-Verordnung verboten.

Allergische Reaktionen verhindern

Einige Kosmetika führen zu allergischen Reaktionen. Oftmals gehen diese Unverträglichkeiten mit Juckreiz oder Hautrötungen einher. Häufigste Auslösern von Allergien sind Konservierungsstoffe, Duftstoffe und Haarfarben. Die Duftstoffallergie ist nach der Nickelallergie die zweithäufigste Allergie. Falls nun ein Produkt einen Duftstoff mit allergenem Potential enthält, muss er in der Liste der Inhaltsstoffe mit seiner Stoffbezeichnung angegeben werden. Falls nun eine Verbraucherin oder ein Verbraucher auf einen bestimmten Stoff allergisch reagiert, kann man dank der Liste diesen Stoff und das Produkt meiden. Falls man aufgrund von kosmetischen Mitteln allergische Probleme vermutet, sollte man sich bei einem Arzt gehen testen lassen. Man kann die Verpackung eines kosmetischen Produktes vorlegen. So findet der Mediziner relativ rasch heraus, durch welchen Inhaltsstoff eine Reizung oder Allergie ausgelöst wurde. Sobald man darüber Bescheid weiß, welchen Inhaltsstoff man nicht verträgt, können in Zukunft Produkte mit diesem Stoff gemieden und auf diese Weise allergische Reaktionen verhindert werden. Die Firma, die auf der Verpackung angegeben wurde, sollte man auch über Beschwerden informieren. Diese Beobachtungen müssen in den Unternehmensunterlagen dokumentiert werden. Bei ernsten gesundheitlichen Beschwerden müssen sich Hersteller, Händler oder Importeure sofort an eine zuständige Behörde wenden.

Verbot von Tierversuchen

Bereits 1998 wurden in Deutschland Tierversuche für die Entwicklung von kosmetischen Produkten verboten. 2003 wurden auf europäischer Ebene umfangreiche Vorschriften erlassen, um ein EU-Verbot von Tierversuchen bei Kosmetika zu erreichen. In der EU hergestellte Produkte dürfen nicht mehr an Tieren getestet werden. Tierversuche mit Bestandteilen von kosmetischen Mitteln sind seit 11. März 2009 ebenfalls verboten. Kosmetika, für deren Inhaltsstoffe nach diesem Zeitpunkt Tierversuche durchgeführt wurden, dürfen nicht mehr verkauft werden. Die Entwicklung von diversen Alternativmethoden für Tierversuche hat weiterhin einen hohen Stellenwert. In Deutschland wird eine zügige Entwicklung dieser Methoden vorangetrieben. Innerhalb der EU wird vor allem in Deutschland ein herausragender Beitrag geleistet, um diese Methoden zu erforschen. Man setzt sich dafür ein, dass diese Alternativmethoden zu Tierversuchen auf europäischer und auf internationaler Ebene anerkannt werden. Zu diesem Thema bietet dieser Beitrag weitere Informationen.

PSOEEUROPA

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Back to top